Kontrollverlust in der IT oder die neue Freiheit


Neuste Studien sagen einen Kontrollverlust in der Informations- und Kommunikations Technology voraus.

 “Gartner veröffentlichte erst vor kurzem die Vorhersagen für das Jahr 2012 in der Kategorie „Strategische Technologien“. In dieser Liste finden sich Tablets, auf mobile Geräte angepasste Applikationen, App Stores, In-Memory Computing, Big Data und Cloud Computing. Weitere Forschungen von Gartner für 2012 sagen einen Kontrollverlust der ICT (Information & Communication Technology)-Organisationen voraus. Dies aufgrund von Budgets, Technologien und Kosten, welche zusehends dynamischer eingesetzt werden. In engem Zusammenhang steht wohl auch ein weiterer Bericht derselben Forschungsfirma, der wissen will, dass in der IT die Verbraucherherrschaft einhergehend mit mit neuen Geschäftsmodellen und einer drohenden wirtschaftlichen Unruhe Einzug hält. Das zwingt ICT-Organisation zum Umdenken.“

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Gerade im umfassenden Gebiet von Cloud Computing kursieren immer neue Begriffe. Um Dienstleistungsangebote attraktiver zu gestalten, werden sie um den Begriff Cloud oder „As-A-Service“ erweitert und neu definiert. Ist das alles nur alter Wein in neuen Schläuchen oder durchleben wir wirklich die grösste Transformation in der Geschichte der Informationstechnologie?

Damals: Application Service Provider

Scott McNealy, ehemaliger CEO und Gründungsmitglied der heute in Oracle aufgegangenen Firma Sun Microsystemspropagierte bereits in den späten 80ern „The network is the computer“. Wirft man einen Blick auf die obengenannten Stichpunkte von Gartners Top Ten der Vorhersagen über strategische Technologien im Jahr 2012, so lassen sich durchaus Parallelen herstellen. Diese Technologien und die jüngsten Entwicklungen in den Bereichen Cloud Computing und Virtualisierung sind ohne schnelle Netzwerke undenkbar. Zu Beginn des zweiten Milleniums brüsteten sich viele Service Provider mit ihren Lösungen als Application Service Provider. Sie investierten horrende Beträge in Netzwerktechnologien und wurden durch dasPlatzen der DotCom-Blase jäh gestoppt.

 Heute: Cloud Service Provider

Rund zehn Jahre später erscheinen unzählige Firmen als Cloud Service Provider auf dem Markt und überhäufen Unternehmen und Privatanwender gleichermassen mit preislich attraktiven Angeboten zur Lösung alltäglicher IT-technischer Herausforderungen. Also doch nur alter Wein in neuen Schläuchen? Nicht ganz.

Ein unkonventioneller Ansatz

Eine damals vergleichsweise kleine Firma aus Cupertino, geführt vom kürzlich verstorbenen Steve Jobs verstand es, die IT-Landschaft gründlich auf den Kopf zu stellen, indem sie den Benutzer in den Mittelpunkt stellte und ihre Produkte darauf ausrichtete.

Technologie im Umbruch

Die Technologie machte in den vergangenen Jahren Quantensprünge in der Miniaturisierung. Telefone sind heute leistungsfähiger als Computer noch vor wenigen Jahren. Rechner ab Stange trumpfen mit Eigenschaften auf, wie sie bislang ausschliesslich Mainframe-Systemen vorbehalten gewesen sind. Die Netzwerke bieten ein x-faches an Bandbreite. Diese Entwicklungen gepaart mit dem neuen Verständnis der Benutzer im Umgang von Technologie, tragen entscheidend zu einer Transformation der Informationstechnologie bei. Es erschliessen sich neue Geschäftsfelder und –modelle, die ausschliesslich via Internet betrieben werden. Gute Beispiele solcher zeigen die populären Social-Media-Plattformen Facebook und Co. auf. Der Anweder hat sich im laufe der Zeit ebenfalls gewandelt. Präsentierte er vor wenigen Jahren noch stolz den Laptop seines Arbeitgebers bei Freunden, so verlangt er heute von der ICT-Organisation seines Unternehmens, die Unterstützung seines Tablets. Ganz selbstverständlich verlangt er seine, in einem App Store erworbenen Applikationen, zu nutzen.

Über Freiheit und Kontrolle

Der Druck auf die ICT-Organisation steigt aber nicht nur seitens eigenen Angestellten, sondern durchaus auch durch das Management. Da IT häufig als reiner Kostenfaktor angesehen wird, will man diesen senken. Cloud Anbieter locken mit attraktiven, sofort verfügbaren Angeboten. Viele kennt das Management von ihrem App Store, beispielsweise eine Applikation zur einfachen Verfügbarkeit wichtiger Dokumente. Sie synchronisiert sich mit sämtlichen Geräten und alle für den Zugriff berechtigten Mitnutzern.

Die folgende Problemstellung ergibt sich für die ICT-Organisation daraus:

  • Sicherheit
  • Handhabung
  • Support
  • Kontrolle
  • Kosten

Sicherheit durch Serviceangebot

Die Sicherheit ist gefährdet, da es im Ermessen des Benutzers liegt, welche Daten er abspeichert und an Mitnutzer verteilt, gewollt oder ungewollt durch Handhabungsfehler. Die IT muss diese Applikation natürlich unterstützen, sodass im Falle eines Datenverlustes, diese Dokumente wiederhergestellt werden können. Verursacht werden, kann dieser Verlust vom Mitarbeiter oder dem beteiligten Mitnutzer! Um dem Kontrollverlust nicht zu erliegen, reagieren IT-Organisationen häufig mit der Sperre des Zugangs. Diese Kontrolle reicht allerdings nicht über das firmeneigene Netzwerk hinaus und bietet somit auch keinen Schutz. Bleibt also nur, ein solcher Service anzubieten. Unternehmensdaten, ausser Richtlinien besagen Gegenteiliges, gehören ins Unternehmen!

Big Data

Die Disziplin von Personen- oder Gruppenverzeichnissen ist einer ICT-Organisation nicht neu. Der Umgang mit ihr aber schon. Die IT-Industrie bedient sich auch eines neuen Begriffs, um das Thema zu adressieren: Big Data! Es geht darum, grosse Datenmengen zu bewältigen, diese Informationen global zur Verfügung zu stellen und bei Bedarf mit geringem Zeitaufwand zu analysieren. Das beschränkt sich nicht nur auf unstrukturierte (bspw. Verzeichnisse), sondern auch strukturierte Daten (Datenbanken). Aus unternehmerischer Sicht handelt es sich um die kosteneffiziente Aufbereitung und Verfügbarkeit von Informationen. Storage-As-A-Service, (Zugriff auf Personendaten von verschiedenen Endgeräten,) ist ein solches Dienstleistungsangebot.

Cloud

Falls die pfannenfertigen Storage-As-A-Service-Lösungen für ein Unternehmen nicht alle gewünschten Eigenschaften (bspw. keine Anbindung von Mobilgeräten) abbilden, bedienen sich Unternehmen einer Eigen- oder Weiterentwicklung. Passende Entwicklungsplattformen finden sich auch, wie könnte es anders sein, in der Cloud.

Hochverfügbarkeit und Agilität

Entschliesst sich ein Unternehmen, seine eigene Infrastruktur dafür zu nutzen, so sollte das kosteneffizient sein. In-Memory Computing-Technologien oder Server/Storage-Mashups, wie diese häufig bezeichnet werden, binden Speichersysteme näher an die Server oder bilden Server auf Speichersystemen ab. Diese Lösungen versprechen eine enorme Leistungssteigerung und „einfache Handhabung“! Die Virtualisierung und Automatisierung von IT-Ressourcen ist eine Voraussetzung für den Betrieb solcher Lösung. Hinzu kommt Hochverfügbarkeit, wie man sie sonst nur von Mainframe-Systemen kennt und eine Agilität, die es bei Bedarf erlaubt, Applikationen bei einem Cloud Provider, der dieselbe Virtualisierungstechnologie nutzt, zu betreiben. Zum erfolgreichen Betrieb einer ICT-Organisation der Zukunft bedarf es tiefgreifender, struktureller Änderungen. Moderne Firmen suchen heute „Cloud Architects“ und keine „System Administrators“ mehr. Wir sprechen also doch von einer Transformation der IT, die bei professioneller Ausführung dem Benutzer mehr Freiheit bringt sowie einer ICT-Organisation adäquate Kontrolle und Sicherheit bietet.

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